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Energiepreisrechnern gegen zu hohe Stromkosten

Die Energiepreise steigen kontinuierlich. Gaspreise werden jährlich rechtzeitig zur Heizperiode angehoben. Besonders einschneidend jedoch sind die Preiserhöhungen beim Strom. Experten gehen davon aus, dass sie in den nächsten Jahren bis zu 30 % betragen können. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Die allgemeine Verteuerung von Energie durch gestiegene Nachfrage auf dem Weltmarkt ist einer.

Ein anderer ist die in Deutschland beschlossene Energiewende. Offenbar kann oder will die Energiewirtschaft die von der Politik festgelegten Ziele nicht erreichen. Vorgesehen ist, den Anteil alternativer Energien bis zum Jahr 2022 auf 35 % zu erhöhen und gleichzeitig komplett auf Atomenergie zu verzichten. Nach dem gegenwärtigen Stand scheint weder die Erhöhung der Produktion alternativer Energien zu klappen noch wird der erforderliche Netzausbau gelingen. Die Folge könnten weitere drastische Strompreiserhöhungen sein. Die Ursachen für die Energieverteuerung entziehen sich weitgehend der Einflussnahme der Verbraucher.

Der Trend wird sich durch verändertes Verbraucherverhalten kaum umkehren lassen. Energie sparen ist mehr eine Frage des Umweltschutzes, als dass man damit die Preise nachhaltig beeinflussen könnte. Verbraucher können aber ihre Marktmacht nutzen, um sich gegen ungewöhnlich hohe Stromkosten zu schützen. Wer bereit ist, vom überteuerten Grundversorger zu einem anderen Energieanbieter zu wechseln, kann ein paar 100 € jährlich einsparen. Verbraucherschützer und Politiker fordern die Energiekunden ausdrücklich dazu auf, flexibel zu sein und bei überteuerten Preisen nach alternativen Angeboten zu suchen. Aber nur etwas über 50 % der Verbraucher nehmen die Einsparmöglichkeiten durch einen Energieanbieterwechsel auch tatsächlich wahr.

Dabei ist es verhältnismäßig einfach, Energiepreise zu vergleichen und einen Energieversorgerwechsel durchzuführen. Im Internet gibt es kostenlose und unverbindliche Energiepreisrechner, die dies ohne großen Aufwand ermöglichen. Der Vorteil ist, dass Verbraucher nicht lange suchen müssen, um das beste Angebot zu finden. Die Energierechner vergleichen Preise und Tarife aller Anbieter eines bestimmten Standorts untereinander und mit denen des Grundversorgers.

Nach Durchführung des Vergleichs ist in vielen Fällen ein Onlinewechsel zum gewünschten Energieversorger ohne großen bürokratischen Aufwand möglich. Wer ganz sicher gehen will, das günstige Energieangebot tatsächlich auch zu finden, sollte mehrere Energie Tarifvergleiche nutzen. Denn nicht alle Rechner arbeiten mit allen günstigen Anbietern zusammen. Wichtig bei einem Energiepreisvergleich ist die richtige Anwendung der Filterfunktionen, bevor der Rechner mit einem Mausklick in Gang gesetzt wird. Verbraucherschützer empfehlen Energieverträge mit Laufzeiten bis zu einem Jahr und Preisgarantien. Angebotene Wechselboni sollten mitgenommen werden.

Doch sollten Verbraucher darauf achten, ob sie an Bedingungen geknüpft sind und für wie lange sie gewährt werden. Manchmal fallen mit dem Wegfall der Boni auch die Einspareffekte weg. Es empfiehlt sich, mit Hilfe der Filterfunktionen nur diese verbraucherfreundlichen Tarifeigenschaften einzustellen. Nicht zu empfehlen sind hingegen Tarife, die eine Bindung an Abnahmemengen vorsehen, selbst wenn sie besonders günstig erscheinen. Wird die vereinbarte Abnahmemenge unterschritten, gibt es keine Erstattung. Wird die Abnahmemenge überschritten, muss häufig teuer zugekauft werden. Auch auf Kautionen und Vorauszahlungen sollten sich Energiekunden nicht einlassen, wenn sie nach einem Energiepreisvergleich den Anbieter wechseln.